Was ist Allkampf?

 

Infobox Allkampf

Warum Kampfsport ?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe die einen Menschen dazu bewegen sich dem Kampfsport zuzuwenden. Einerseits sind es die rein körperlich-sportlichen Motive, wie das Streben nach Gesundheit, Fitness oder Verbesserung der motorischen Fertigkeiten, andererseits  aber sicher auch das Bedürfnis nach Selbstschutz und der Wunsch, sich notfalls verteidigen zu können.

Inzwischen steht in den meisten Schulen und Vereinen der sportliche Aspekt an erster Stelle. Die einzelnen Techniken und Bewegungen sollen, wie in anderen Sportarten auch, Freude machen. Hinzu kommt die Absicht, auch den Geist zu schulen. Die Art und Weise des praktischen Trainings prägt auch die mentale Seite sodass Eigenschaften wie Mut, Geduld, Ausdauer oder Selbstvertrauen gefördert werden. Alle diese Ziele lassen sich auf verschiedenen Wegen erreichen.

Ein Weg ist das Allkampf-Jitsu.

 

Was ist Allkampf - Jitsu ?

Allkampf-Jitsu ist ein Selbstverteidigungssystem, das die verschiedensten Verteidigungstechniken aus den Kampf-sportarten Aikido, Bo-Jitsu, Jiu-Jitsu, Judo, Karate und Taekwondo in sich vereint, um für jede Verteidigungssituation eine wirkungsvolle und zugleich unter juristischen Gesichtspunkten erlaubte Verteidigungsmöglichkeit zu bieten. Allkampf-Jitsu eignet sich gleichermaßen für den Kampfsportneuling wie für den bereits aktiven Kampfsportler in einer traditionellen Kampfsportart. Allkampf ist insbesondere gut geeignet für Kinder und Mädchen, gilt aber auch als ideale Sportart für Frauen und Männer im Seniorenalter.

Als Allkampf-Jitsu-System wurde nach seiner Begründung im Jahre 1968 konsequent weiter entwickelt und ausgebaut. Es umfasst heute 265 der verschiedensten Hebel-, Wurf- und Schlagtechniken, die über 9 Schülergrade bis zum 6 Dan (Meistergrad) erlernt werden können. Mit zum System gehören 3 Kombinationen und 10 Einzelformen. Alle vermitteln im traditionellen asiatischen Gruppentraining neben der rein technischen Ausführung auch das zugehörige Bewegungsgefühl.

Über eine festgelegt Prüfungsordnung mit den entsprechenden Urkunden wird der Lernfortschritt kontrolliert und der Schüler erhält weitere Lernimpulse und Motivation. Das Allkampf-Konzept ist so aufgebaut, dass der Schüler von der ersten Technikstunde an Erfolgserlebnisse hat und so sein Selbstwertgefühl kontinuierlich aufgebaut wird. Für die gleichzeitige Disziplinierung sorgt die überlieferte asiatische „Dojo“- Etikette mit dem bei allen Budosportarten vertretenen „Do“. Allkampf-Jitsu ist als Selbstverteidigungssportart auch von der Polizei übernommen worden.

Woher kommt Allkampf - Jitsu?

Allkampf-Jitsu wurde 1968 von Jakob Beck entwickelt. Jakob Beck, damals Selbstverteidigungstrainer für die Polizei, ließ darin seine vielfältigen praktischen und theoretischen Kampfsport-Erfahrungen einfließen.

Die Idee von J. Beck war, durch Verschmelzung und Umwandlung wirkungsvoller Techniken aus einer Reihe von Budo-Sportarten, ein effektives Selbstverteidigungssystem zu entwickeln.

Das haben zwar schon viele versucht (und nachgemacht), ihm ist aber durch jahrzehntelanges Engagement und unverrückbarem Glauben gelungen damit ein System zu schaffen, das auch Bestand hat und bis heute viele Nacheiferer gefunden hat.

Jakob Beck  hatte 1948 mit Judo begonnen, um später zum Jiu-Jitsu überzuwechseln. Einer seiner bekanntesten Lehrer war seinerzeit der Schweizer Robert Dobler (10. Dan Jiu-Jitsu). Im Laufe der Jahre erwarb er zudem Kenntnisse im Budo-Do, Aikido, Kung-Fu und Karate. 1964 begann Jakob Beck in München bei Großmeister Kwon Jae Hwa mit dem Taekwondo-Training. 1968 schließlich hob Beck das Allkampf-Jitsu-System aus der Taufe und begann damit, es in seinen eigenen Schulen (zunächst parallel zum Taekwondo) zu lehren.

Von Jakob Beck und seinen Trainern lernten Großmeister wie zum Beispiel:

Ernst Sengotta ehemaliger Vize Präsident des Budo Center Europa -BCE-
Hans Siegel ehem. Präsident der Deutschen Taekwondo Union -DTU-
Heinrich Magosch Präsident Deutscher Allkampf Bund -DAB-
Heinrich Duldinger Tegernseer Kampfsportschulen
Friedrich Kosak Präsident der Deutschen Allkampf Union e.V. -DAU-

um nur wenige zu nennen – sowie eine hohe Anzahl namhafter Budo-Sportler sein Allkampf-Jitsu System.

Die Deutsche Allkampf Union hat es sich zur Aufgabe gemacht, niemals vergessen zu lassen, wo die Wurzeln des Original Allkampf-Jitsu zu finden sind.

Friedrich Kosak, der heutige Präsident des Dachverband der Deutschen Allkampf, gründete 1978 in Steinekirch die erste Schule in der ausschließlich Allkampf unterrichtet wurde. Seitdem verbreitet sich Allkampf nicht nur in Deutschland sonder auch in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Kroatien, Italien, Griechenland, der Türkei und Ungarn. Die Fachverbände dieser Länder sind im European Budo Center zusammengeschlossen.

Der japanische Name für Allkampf ist Zen-Sen-Jitsu. Die Silbe Zen steht für „alles umfassend“ oder „vereint“, Sen für „Kampf“. Jitsu bedeutet “Kunst“ oder „Fertigkeit“. Zen-Sen-Jitsu heißt übersetzt also „alles umfassende Kampfkunst“.

Wozu Allkampf ?

Allkampf-Jitsu ist keinesfalls ein „Haudrauf-Sport“ oder ein Tummelplatz für Rauflustige! Traditionelles Allkampf-Jitsu, wie es in den Schulen und Vereinen gelehrt wird, ist äußerst seriös. Es ist eher konservativ, orientiert sich an den Erfahrungen der alten Meister und lehrt Werte, die in der heutigen Gesellschaft drohen verloren zu gehen: Fleiß, Willensstärke, Geduld und Disziplin.

So verstanden ist Allkampf-Jitsu ein Mittel zur Persönlichkeitsentfaltung für Jung und Alt, für männlich und weiblich. Körper und Geist profitieren von regelmäßigem Training und Wettkampf. Körperlich wird man beweglicher und gewinnt an Kraft, Ausdauer, Geschmeidigkeit und Schnelligkeit. Die Psyche wird gestärkt; Selbstbewusstsein/Selbst-vertrauen, Durchhaltevermögen, Geduld und Selbstbeherrschung werden gefördert.

Bestandteile

Die wesentlichen Inhalte von Allkampf-Jitsu gliedern sich in 4 Grund-Disziplinen:
  1. Kombinationen/Formen
  2. Selbstverteidungstechniken
  3. Bruchtest
  4. Allkampf - Fight (diese Disziplin wurde durch die DAU ergänzt)
 

Kombinations/Formenlauf

Im Kombinations- und Formenlauf bekämpft der Ausübende einen oder mehrere imaginäre Gegner mit genau vorgegebenen Abwehr- und Angriffstechniken. Der Übende konzentriert sich dabei vollkommen auf die Fiktion. Mit ganzer Kraft und vorgesehener Technik wehrt er den oder die „Gegner“ ab, weicht ihnen aus und führt Gegenangriffe.

Selbstverteidungstechniken

Der Bereich Selbstverteidigungstechniken bietet dem Übenden die Möglichkeit, die einzelnen Selbstverteidigungs-techniken zu erlernen und sich auf einen möglichen Kampf  vorzubereiten. Auf einen fest vorgegebenen Angriff folgen gezielte Abwehr- und Kontertechniken. Hierbei lernt man das Gefühl und die korrekte Ausführung der Technik.Im Vordergrund steht dabei immer die Beachtung der Notwehr und die Gesundheit des Trainingspartners.

Anschlußtechniken, wie z.B. ein Fauststoß oder Fußtritt nach oder während der Technik in Richtung des Gegners, sollen keine Überschreitung der Notwehr darstellen, sondern die Kontrolle des Verteidigers über seinen Körper ausdrücken, ähnlich wie z.B. beim Ilbo Taeryon (Ein-Schritt-Kampf) im Taekwondo.

Bruchtest

Der Bruchtest wird im Allkampf-Jitsu selten trainiert, seine Ausführung und sein Gelingen sind der ultimative Maßstab für die Beherrschung der erlernten Techniken. Mit dem Bruchtest wird demonstriert, dass der Geist im Stande ist Materie zu überwinden, er bedient sich lediglich des Körpers. Das kann nur mit Willensstärke, Entschlossenheit, Tatkraft, Ausführung und Durchsetzungsvermögen gelingen.

Fight

Im Fight (in den wesentlichen Punkten ähnlich dem Ju-Jutsu Kampf) werden alle Erfahrungen, Kenntnisse und Techniken, die der Übende im Allkampf-Training erlernt hat, angewendet. Verletzungen des Gegners der ja auch Trainingspartner und Sportkamerad ist, sind durch konzentrierte und disziplinierte Kampfübungen in bestmöglicher Weise auszuschließen.

Seit 2002 werden regelmäßig Fight-Meisterschaften durchgeführt. Die Teilnahme an diesen Meisterschaften ist offen.

Jahrelanges Training im Allkampf-Jitsu ermöglichen das kontrollierte Abfangen der Angriffe kurz vor dem Ziel. Aber nicht nur die Verteidigung und das Ausweichen muss beherrscht werden, auch dem Gegenangriff kommt eine größere Bedeutung zu.