Allkampf-Jitsu - Der Weg ist das Ziel

Autor: Ulrich Geißler
6. Dan Allkampf-Jitsu

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Einführung

Allgemeines zu Technik
und Trainining


Gliederung der Ausbildung
im Allkampf-Jitsu





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Nun ist sicher nicht ausgeschlossen, daß auch jemand, der in der Selbstverteidigung bewandert ist, in Panik gerät. Nur wird er es hinterher viel schwieriger haben, das glaubhaft zu machen; man nimmt von ihm an, er müsse aufgrund seiner Ausbildung in der Lage sein, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es gibt Fälle, in denen eine Verpflichtung besteht, einem Angriff auszuweichen weil hier eine Flucht nicht als unehrenhaft angesehen wird. Darunter sind Angriffe von erkennbar Betrunkenen, von Kindern oder Geisteskranken zu sehen.
Hierzu zählen alle Bagatellangriffe, die nichts weiter sind als ungehöriges Verhalten oder Unfug.
Ganz selbstverständlich ist, und es bedarf daher keiner weiteren Erörterung, daß sich derjenige nicht auf Notwehr berufen kann, der den Angriff provoziert hat. Für die „Nothilfe“, bei der man nicht selbst, sondern einen Dritten verteidigt, ihm zu Hilfe kommt, gelten ebenso die aufgezeigten Grundsätze.

Der Bruchtest

Der Bruchtest zählt zu den am wenigsten praktizierten Disziplinen des Allkampf-Jitsu. Eigentlich wird er nie isoliert trainiert, sondern er ergibt sich zwangsläufig aus den anderen Trainingsübungen.
Hat der Schüler während seines Grundtrainings noch nicht die Fähigkeit erreicht, einen Bruchtest auszuführen, dann ist er in seiner Technik noch nicht weit genug fortgeschritten und er muß mit Gewalt und schmerzhaften Verletzungen ausgleichen, was ihm andere an Technik und sonstigem Können voraushaben.
Worin besteht nun dieses Können?
Zuerst ist es die bis zu einem gewissen Grad vollendete Technik, des weiteren eine Schutzschicht an den entsprechenden Schlagpunkten der Arme und Beine. Jeder Körperteil, jeder Knochen wäre zu schwach, um bei einem Bruchtest der Härte eines Steines standzuhalten. Nur die Kraft des Geistes und des Willens - sie sind die wahren Urheber dieser Energien - ermöglichen eine derartige Leistung. Einerseits wird beim Bruchtest völlige Ruhe verlangt, andererseits herrscht in uns Spannung bis zur Explosion. Das heißt, daß wir Kraft in uns sammeln müssen, die wir ganz von außen in uns hineinziehen. Sie ist keine eigene, keine methodisch oder technisch eingebaute Kraft, sondern eine geistig-seelische.
Die Umgebung beeinflußt mein Gefühl für das Tun und erhöht dadurch meine Spannung. Ich entscheide frei über den Zeitpunkt der Aktion, das heißt, über die höchste meditierte Spannung, die zur Entladung kommt. In blitzschnellem Handeln kann ich dann die Aktion durchführen. Ich muß dabei Schnelligkeit und korrekte Durchführung beherrschen um den genauen Mittelpunkt zu treffen.

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