Was ist Taekwondo?

 

Infobox Taekwondo

Warum Kampfsport ?

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe die einen Menschen dazu bewegen sich dem Kampfsport zuzuwenden. Einerseits sind es die rein körperlich-sportlichen Motive, wie das Streben nach Gesundheit, Fitness oder Verbesserung der motorischen Fertigkeiten, andererseits aber sicher auch das Bedürfnis nach Selbstschutz und der Wunsch, sich notfalls verteidigen zu können.

Inzwischen steht in den meisten Schulen und Vereinen der sportliche Aspekt an erster Stelle. Die einzelnen Techniken und Bewegungen sollen, wie in anderen Sportarten auch, Freude machen. Hinzu kommt die Absicht, auch den Geist zu schulen. Die Art und Weise des praktischen Trainings prägt auch die mentale Seite sodass Eigenschaften wie Mut, Geduld, Ausdauer oder Selbstvertrauen gefördert werden. Alle diese Ziele lassen sich auf verschiedenen Wegen erreichen.

Ein Weg ist das Taekwondo.

 

Was sind die Wurzeln und Entwicklung des Taekwondo ?

Taekwon-Do ist eine verhältnismäßig junge, koreanische Kampf-Sportart, die unter diesem anerkannten Namen erst seit etwas Mitte dieses Jahrhunderts existiert.

Der koreanische General und Botschafter Choi Hong Hi, geboren 1918, gilt als Begründer des eigentlichen Taekwondo, das er in seinem bemerkenswerten Buch „Taekwondo, die koreanische Kunst der Selbstverteidigung“ 1965 systematisiert hat.

Direkter Vorläufer des Taekwondo ist die alte koreanische Kampfkunst Taekyon, die vor beinahe 1300 Jahren eine form des waffenlosen Kampfes – insbesondere mit den Füßen – war. In dieser Art von Kampf wurden während der Jahrhunderte auch Arm – und Handtechniken eingeführt. General Choi Hong Hi ergänzt diese Entwicklung durch Bestandteile anderer Kampfkünste und durch eigene Ideen. Als ein wichtiger Teil der koreanischen Kultur wird Taekwondo heute überall in Korea – beim Militär, bei der Polizei, an Schulen und an Universitäten – gelehrt.

1965 wurde Taekwondo auch in der Bundesrepublik Deutschland vorgestellt und am 22. März 1966 folgte die Gründung der Internationalen Taekwondo Föderation (ITF) in Korea und einigen westlichen Ländern. Zu dieser wurde das Taekwondo in Deutschland, durch Großmeister Kwon Jae Hwa, weiter publik gemacht und erfreute sich großer Beliebtheit.

Einer der ersten Schüler von Großmeister Kwon Jae Hwa war Jakob Beck (8. Dan Taekwondo) damals Selbstverteidigungstrainer der Polizei in München. Drei Jahre später 1968 begann Jakob Beck mit der Gründung des Bayerischen Taekwondo Center (BTC) bzw. dem Budo Center Europa (BCE).

Frei übersetzt bedeutet Taekwondo „Kunst des Hand- und Fußkampfes“

Tae - springen, stoßen schlagen mit dem Fuß
Kwon - stoßen, schlagen mit der Hand und Faust
Do - heißt wörtlich „Weg“ und bezeichnet den geistigen Weg

Hintergrund dieses Sportes, insbesondere die fünf Tugenden:
Höflichkeit, Rechtschaffenheit, Ausdauer, Selbstbeherrschung und Mut.

 

Was ist „Traditionelles Taekwondo“ ?

im Unterschied zum „modernen“ Taekwondo

Der Begriff „Traditionelles Taekwondo“ umschreibt die ganzheitliche Ursprungsform dieser Kunst des Kämpfens, wie sie im Taekwondo Center Bayern noch heute betrieben wird. Was ist nun „Traditionelles Taekwondo“ im Unterschied zum „modernen“ Taekwondo, wie es seit dem Jahr 2000 auch bei Olympischen Spielen betrieben wird.

Alle BUDO-Künste, sei es Aikido, Wu Shu (Kung Fu), Taekwondo oder Jiu-Jitsu wurzeln im Zen Buddhismus, dessen Ziele u.a. der lebenslange Kampf gegen sich selbst ist. Da in den westlichen Ländern bei der Ausübung der asiatischen Kampfkünste oft das Verhältnis für solche philosophischen Prinzipien fehlen, wurde der geistige Hintergrund, das „Do – Der Weg“, meist sehr stark vernachlässigt.

Im laufe der Zeit entstanden die „modernen Kampfsportarten“, bei denen der sportliche Aspekt und der Wettkampf im Vordergrund steht. „Modernes“ Taekwondo ist somit ein Wettkampfsport, bei dem auf der Grundlage eines festgelegten Regelwerks in einem Vollkontakt-Freikampf (mit Schutzbekleidung) auf sportlicher Ebene der bessere Kämpfer ermittelt wird.

Beim „Traditionellen Taekwondo“, das sich aus mehreren Bestandteilen zusammen setzt (siehe weiter unten), wird hingegen nicht nur der Körper, sondern auch der Geist geschult. Durch teilweise meditative Übungen und von Außenstehenden oft als „hart“ empfundene Trainingsmethoden wird der Körper und das Selbstbewusstsein gestärkt; dies impliziert auch eine sichere Art des Auftretens. Durch ständiges Üben unter anleitung eines erfahrenen Meisters lernt der Schüler zunehmend Bescheidenheit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Toleranz, aber auch Willensstärke und Durchsetzungsvermögen, Ausdauer und Widerstandskraft. Das sind erklärte ziele des Taekwondo. Traditionelles Taekwondo will körperliche und geistig rege, faire Menschen heranziehen.

So wird der Schüler Schritt für Schritt auf den Meistergrad vorbereitet. Als Meister einer traditionellen BUDO-Kunst sind die DAN-Träger (Schwarzgurte) zu verstehen, die sich in ihrem Auftreten und Verhalten stets ihrer Vorbildfunktion für die Schüler bewusst sein müssen.

 

Bestandteile des Traditionellen Taekwondo

Das Traditionelle Taekwondo besteht im Wesentlichen aus:

HYONG Formenlauf
ILBO-TAERYON Ein-Schritt-Kampf
CHAYU-TAERYON Freikampf
KYEK-PA Bruchtest

Diese Disziplinen jede stehen zwar für sich, ergänzen sich aber gegenseitig; sie können niemals richtig beherrscht werden, wenn das „Do“ vernachlässigt, d.h. die Einheit von Körper und Geist nicht erreicht wird. Nur im Zustand körperlich-geistiger Harmonie kann die Perfektion der Techniken vorangebracht werden.

Das „Do“ muss also jede Einzeldisziplin mit einfließen!

Im Formenlauf „Hyong“ bekämpft der Ausübende einen oder mehrere imaginäre Gegner mit genau vorgegebenen Abwehr- und Angriffstechniken. Der Übende konzentriert sich dabei vollkommen auf die Fiktion. Mit ganzer Kraft und vorgegebener Technik wehrt er die „Gegner“ ab, weicht ihnen aus und führt Gegenangriffe.

Der Ein-Schritt-Kampf „Ilbo-Taeryon“, auch One-Step-Sparring genannt, ist mit unter die Vorstufe des Freikampfes. Mittels dieser Disziplin wird auf das Aufeinandertreffen zweier Kämpfer vorbereitet. Auf einen fest vorgeschriebenen Angriff, meist Fauststoß zum Kopf, folgen gezielte Abwehr- und Kontertechniken. Hierbei erlernt man das Distanzgefühl und die korrekte Ausführung der Technik.

Der Bruchtest „Kyek-Pa“ wird im Taekwondo selten trainiert; seine Ausführung und sein Gelingen sind der ultimative Maßstab für die Beherrschung der erlernten Technik. Mit dem Bruchtest wird demonstriert dass der Geist im Stande ist, Materie zu überwinden – er bedient sich lediglich des Körpers. Das kann nur mit Willensstärke, Entschlossenheit, Tatkraft, Ausführungs- und Durchsetzungsvermögen gelingen.

Im Freikampf „Chyu-Taeryon“ werden alle Erfahrungen, Kenntnisse und Techniken, die der Übende im Taekwondo erlernt hat, angewendet. Verletzungen des gegeners, der ja auch Trainingspartner und Sportkamerad ist, sind durch konzentrierte und disziplinierte Kampfführung in bestmöglicher Weise auszuschließen. Jahrelanges Training im Taekwondo ermöglichen das kontrollierte Abfangen der Schläge und Stöße kurz vor dem Ziel. Aber nicht nur der Angriff muss beherrscht werden, auch dem ausweichen und Verteidigen kommt eine große Bedeutung zu.

Wettkampffläche:

  1. Kampfgericht
  2. Punktgericht
  3. Kampfleiter
  4. Coaches
  5. Wettkämpfer
  6. Kampffläche
  7. Sicherheitsfläche
  8. Zeit-/ Punktetafel